Tech-Standort Hamburg: 3 Fragen an die Nect-Gründer

Gründer vom Tech-Start-up Nect sprechen über Hamburgs Zukunft

Wir haben mit Benny Bennet Jürgens und Carlo Ulbrich – den Gründern von Nect GmbH – über die Zukunft des Tech-Standorts gesprochen.

1. Wie werden sich Gründungen im Tech-Bereich bis zum Jahr 2040 entwickeln?  

Hamburg wird auch in knapp 20 Jahren noch für Handel, Hafen und Schifffahrt stehen. Daher denken wir, dass viele Tech-Gründungen in diesen Bereichen stattfinden werden. Wir wünschen uns für die Hansestadt, dass auch der alte Glanz als Finanzstandort wieder aufgefrischt und Hamburg bekannt für die neue Generation der Finanztechnologie wird. 

Junge Unternehmen sind meist abhängig von der Unterstützung ihres Gründungsstandorts. Auch wir hatten das Glück, durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB) unterstützt worden zu sein. So konnte Nect sich in Hamburg bis heute toll weiterentwickeln. Dafür sind wir sehr dankbar. 

Wichtig ist, dass Stadt und Unternehmen den Mut finden, beispielsweise in der Schifffahrtstechnologie ganz neue Wege zu gehen und Fragen zu stellen wie: Kann ein Frachter rein elektrisch betrieben werden? Solch zukunftsweisende Technologie könnte Hamburg an die Weltspitze bringen. Hierzu bedarf es ausreichender Forschungsgelder und Initiativen, die den Transfer von der Theorie in die Praxis unterstützen. 

2. Wie gelingt es Start-ups bei sich schnell ändernden Rahmen-/Marktbedingungen erfolgreich zu sein? 

Für Start-ups ist es besonders wichtig, sich frühzeitig innerhalb der Branche zu platzieren und zu vernetzen. Denn Netzwerk bedeutet Austausch und der ist sozusagen überlebenswichtig, wenn es um sich verändernde Rahmen- und Marktbedingungen geht. Eine Grundlage hierfür können verschiedene Accelerator-Programme und Hubs bieten, die Start-ups und etablierte Unternehmen zusammenbringen und den aktiven Austausch fördern. So bilden Erfahrung und neue Erkenntnisse eine Symbiose, die junge Unternehmen auf Veränderungen vorbereitet. Wichtig dafür ist auch, dass Start-ups von Beginn an in den ständigen Austausch mit (potenziellen) Kunden gehen. So erfahren sie aus erster Hand, welche Bedarfe da sind und wie sich diese mit der Zeit verändern – und können reagieren. 

Veränderungen wie eine Pandemie, wie wir sie aktuell erleben, sind selbstverständlich für jedes Unternehmen eine riesige Herausforderung und sehr drastisch. Doch auch hier kann ein gut aufgestelltes Netzwerk helfen, die Herausforderungen des Marktes schnell zu erkennen. Ein gut eingespieltes Team mit einem starken Willen zur Veränderung kann dann innerhalb von Wochen Lösungen entwickeln.  

Timing ist einer der wichtigsten Faktoren des Erfolgs. Der stetige Informationsgewinn hilft dabei, das perfekte Timing zu entwickeln. 

3. Was muss Hamburg in Zukunft tun, um als Tech- und Start-up-Standort die Top-Fachkräfte anzulocken?

Hamburg hat durch seine extrem hohe Lebensqualität schon einmal einen bedeutenden Vorteil gegenüber anderen Städten. Dennoch ist es gerade für Tech-Start-ups schwierig, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu finden und zu binden. Um mehr Entwicklerinnen und Entwickler anzuziehen, sollte Hamburg noch mehr investieren, um in der Öffentlichkeit als Tech-Standort wahrgenommen zu werden. Initiativen, Technologie-Zentren, wie zum Beispiel der Artificial Intelligence Center e.V. (ARIC), und Forschungsmöglichkeiten können dazu beitragen. Dafür muss die Stadt natürlich entsprechende Forschungsmittel freimachen. Wir glauben, dass besonders Tiefen-Technologien (Deep Tech), wie künstliche Intelligenz, Topkräfte anlocken. Bei all der Entwicklung, die in den nächsten 20 Jahren stattfinden wird, halten wir es jedoch für ebenso wichtig, dass Hamburg seine Traditionen als Hansestadt beibehält. Wir stehen gerne für die Werte des ehrbaren Kaufmannes und möchten diese auch in Zukunft leben.  

Das Image der Stadt und das ehrbare Handeln der Unternehmen sollte sogar stärker genutzt werden, um sich von anderen Standorten abzuheben. Die Kultur eines Unternehmens, und der dazu passenden Mitarbeiter, ist eines der stärksten Bindemittel. Die Stadt könnte sich daher fragen: „Wie können die Kultur und der Zweck (Purpose) der Stadt klar definiert werden?“, um genau die passenden Talente in die Metropolregion zu holen. 

Über Nect GmbH

Die Nect GmbH ist ein mehrfach ausgezeichnetes IT-Unternehmen mit Sitz in Hamburg. Nect steht für die Entwicklung und Implementierung von hochentwickelten, sicheren und zugleich maximal nutzerfreundlichen Identifikationslösungen für digitale Anwendungen im Internet.

Datensicherheit und Datenschutz stehen im Fokus der Nect-Lösungen. Dies wird sowohl durch die komplette Eigenentwicklung der Softwarekomponenten als auch die Nutzung von Rechenzentren in Deutschland mit außerordentlich hohem Sicherheitslevel und den Verzicht auf Cloudlösungen sichergestellt.

Bildnachweis: Benny Bennet Jürgens und Carlo Ulbrich_Office_kl_© Nect GmbH; Adobe Stock/Photographee.eu; Adobe Stock/ pressmaster; Adobe Stock/ Creatiberia

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