3D-Druck: Das sind die größten Zukunftschancen und -trends

Futuristisches Foto eines 3D-Druckers.

3D-Druck ist einer der großen Technologietrends der Zukunft. Mit dem additiven Fertigungsverfahren, bei dem das Material Schicht für Schicht aufgetragen wird, kann jede beliebige dreidimensionale Form erzeugt werden. Dies geht einher mit Gewichtsreduktion sowie Kosten-, Ressourcen- und Zeitersparnissen. Gleichzeitig wird die aktuelle Nachfrage nach individualisierten und personalisierten Produkten bedient.

Was revolutionär klingt, kommt in vielen Unternehmen bereits zum Einsatz. Als die vier größten Trends und Chancen der industriellen Produktionstechnologie gelten:

1. Corona-Krise:

Bei der kurzfristigen Herstellung von Schutzausrüstung hat die additive Fertigung ihr Potenzial gezeigt. Der 3D-Druck ermöglicht die Produktion vor Ort und ist eine Lösung, um Lieferengpässe und die Unterbrechung von Lieferketten zu umgehen. Auch die Digitalisierung der Produktion hat durch die Krise erneut an Bedeutung gewonnen, was dem 3D-Druck weiteren Anschub verleiht. Für Ersatzteile in der Industrie müssen beispielsweise nur noch Daten gelagert werden und keine physischen Ersatzteile.

2. Materialien:

Zusammen mit den Pionieren auf unternehmerischer Seite wie Airbus, SLM Solutions, aber auch einer Vielzahl an Mittelständlern wie Implantcast, Eppendorf, Rolf Lenk oder Fehrmann Tech Group hat sich in Hamburg ein starkes Fundament der Metall-3D-Druck-Industrie gebildet. Und auch die Nutzung von Kunststoff wird immer weiter entwickelt: Aktuell kooperiert etwa das DESY mit DMG Digital Enterprises – einem Hamburger Hersteller im Bereich additiver Technologie, 3D-Druckmaterialien und digitaler Produktionstechnologie – um spezielle Hochleistungskunststoffe/Kunstharze für den 3D-Druck zu erforschen.

3. Neue Anwendungsfelder & Branchen:

3D-Druck wird künftig verstärkt beim Bau von Gebäuden eingesetzt. In der Medizintechnik kommt die Technologie immer breiter zum Einsatz: Schon heute werden Zahnkronen oder chirurgische Instrumente einfach gedruckt und auch immer kompliziertere individuelle Implantat-Lösungen können additiv produziert werden.

4. KI:

Um Design- und Produktionsprozesse zu verfeinern und zu automatisieren, wird verstärkt KI-basierte Technologie eingesetzt. Beispielsweise können so automatisch Fehler erkannt oder individuelle Anpassungen schneller vorgenommen werden.


Hintergrund: Hamburg und der 3D-Druck

Die Metropolregion Hamburg gehört zu den führenden Regionen beim industriellen 3D-Druck – und das weltweit. Neben vielen Unternehmen wird der 3D-Druck auch von der Hamburger Wissenschaft (u. a. HAW, TUHH, HZG, DESY, HSU)  erforscht –  mit der Fraunhofer Einrichtung für additive Produktionstechnologien IAPT als international renommierten Aushängeschild.

Das 3D-Druck Netzwerk

Connect – discuss, collaborate: Um den Zukunftsmarkt 3D-Druck vor Ort mitzugestalten, die Technologie in der Breite der Unternehmen zu verankern und die Sichtbarkeit Hamburgs als 3D-Druck- und Technologiestandort weiter zu steigern, ist das 3D-Druck-Netzwerk in der Metropolregion Hamburg im Februar 2018 an den Start gegangen. Das Netzwerk versteht sich als Plattform und Impulsgeber für den interdisziplinären Dialog zwischen den 3D-Druck-Akteuren aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Ziel ist es, den Wissens- und Technologietransfer zu fördern und Hamburgs technologische 3D-Druck-Kompetenz und -Führerschaft zu stärken und auf andere Anwendungsfelder (v. a. Kunststoff-3D-Druck) und Branchen (z. B. Medizintechnik) auszuweiten. Schon jetzt verfügt das Netzwerk mit mehr als 300 3D-Druck-Akteuren und -Interessierten über ein breites Fundament. Die Mitgliedschaft ist kostenfrei. Weitere Informationen gibt es auf der Website des Netzwerks.

Bildnachweise: iStock.com/cosinart, iStock

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