Stadt der Zukunft: Rotterdam denkt den Hafen neu

Rotterdamer Hafen im Abendlicht

Rotterdams Hafen ist der größte Containerhafen Europas mit einer der fortschrittlichsten Hafeninfrastrukturen der Welt. Um die Effizienz zu erhalten und die Weichen für die Zukunft zu stellen, richtet sich die Hafenstadt konsequent neu aus. Schon seit den 90er-Jahren arbeitet Rotterdam an digitalen Lösungen zur Automatisierung der Prozesse im Hafen. Für die Anpassung an den Klimawandel hat sich Rotterdam das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2050 zum „Zero-emission-port“ zu werden.

Wachstumsfeld Wasserstoff

Rotterdam will dazu Vorreiter in der Nutzung von Wasserstoff werden. Bis 2030 soll die Wasserstoffökonomie in Rotterdam basierend auf der Erzeugung von grünem und blauem Wasserstoff ausgearbeitet werden. Dazu gehören der Ausbau von Windenergie sowie die Planung von Terminals und Pipelines für Wasserstoff sowie Logistikketten mit wasserstoffbetriebenen LKWs. Zur Erschließung dieses Wachstumsfeldes kooperiert der Hafen eng mit großen Konzernen wie Shell oder Air Liquide.

Nachhaltigkeit im Fokus

In 30 Jahren will der Hafen in Rotterdam komplett CO2-neutral sein. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, setzt die Stadt vor allem auf erneuerbare Energien und Unabhängigkeit von fossilen Ressourcen. Windkraft, geothermale Anlagen und Solaranlagen sowie die Nutzung von Abwärme der Industrie sollen dem Rotterdamer Hafen helfen, der nachhaltigste Hafen der Welt zu werden.

Alles neu: digitaler & innovativer Hafen

Rotterdam setzt auf Innovation und hat den Transformationsbedarf des klassischen Hafenbetriebs erkannt. Der Hafen setzt daher auf eine smarte Infrastruktur und digitale Strategien zur Datenanalyse in der Kommunikation, Logistik und Verwaltung. Zusätzlich hilft ein Digital Lab bei der Optimierung und Implementierung von digitalen Lösungen für den Hafen. Die erhobenen Daten im Hafen werden genutzt, um weitere Tools zu entwickeln. Auch die längste automatische Container Exchange Route der Welt soll 2021 betriebsbereit sein. Parallel gründet Rotterdam den ersten Accelerator für maritime Innovationen, um Start-ups auf der ganzen Welt bei der Entwicklung neuer Lösungen zu unterstützen.

Was kann Hamburg von Rotterdam lernen?

„Auch im Hamburger Hafen gibt es viele innovative Ansätze zur Emissionsreduktion und Digitalisierung. So gewährleisten die digitalen Lösungen von Dakosy und HVCC Hamburg Vessel Coordination Center eine effiziente Steuerung und Abwicklung der Logistikprozesse. Einige Vorteile, die Rotterdam heute auszeichnen, wurden aus Hamburg übernommen. Die Zielstrebigkeit, mit der mutige Visionen für die Weiterentwicklung des Hafens in Rotterdam umgesetzt werden, ist dabei jedoch bemerkenswert und vor allem auf die hohe Priorität von Hafen und Logistik für die niederländische Politik zurückzuführen. Daher kann Hamburg von Rotterdam vor allem lernen, Hafen und Logistik wieder stärker in den Fokus der Politik zu rücken sowie neue, innovative Technologien und Prozesse schnell, konsequent und in der Breite umzusetzen.“

 Willem van der Schalk, Vizepräses der Handelskammer Hamburg

Haben auch Sie Ideen, wie Hamburg den Hafen zukunftssicher gestalten kann? Welche Visionen haben Sie für den Hafen?

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Über die Trend-City-Studie

In Zusammenarbeit mit Statista Research & Analytics wurden für insgesamt zehn Städte – darunter Tel Aviv – spezifische Treiber identifiziert, die zum Erfolg der Stadt beigetragen haben. Hierfür wurden quantitative und qualitative Informationen ausgewertet. Die Ergebnisse dienen als Inspiration für die Entwicklung der Strategie „Hamburg 2040“.

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